Eselgeschichten

DIE GESCHICHTE EINER KATALANEN ESELFAMILIE AUS DER SCHWEIZ

 

Der einzige (noch verfolgbare) Nachfahre dieser Eselfamilie der auf unserem Eselhof Asyl gefunden hat.
Dies ist auch eine Geschichte über die Psyche und Physe dieser speziellen Eselzüchtung.

 

Dana und Esel Edi auf dem Eselhof Aline
Dana und Eddy
Esel Edi auf dem Eselhof Aline
Eddy

Mutter Stute Sheila wird von Vater Hengst Yulo gedeckt. Die Fohlen Eddy und Dana werden 2004 und 2005 geboren.   Eddy und Dana entwickeln von Anfang an eine sehr enge Geschwister Beziehung/Liebe, sie sind unzertrennlich und ohne den einen oder anderen „läuft“ gar nichts. Katalanische Esel sind sehr gross und als Arbeitstiere gezüchtet. Die Eselhalter-Familie hat in diesem Wissen die beiden Geschwister zum Eselwägeli-Fahren trainiert, dies obwohl beide sehr ängstlich waren.  Einige Jahre haben die beiden Geschwister problemlos ihre Pflicht als Eselwägelizieher erfüllt. Leider ist bei diesem Training der Beziehung von Mensch und Tier zu wenig Beachtung geschenkt worden. Dieser wichtige Aspekt ist nicht berücksichtigt worden und am Tag X, als Eddy sich wegen einer klassischen Esel-Stresssituation erschreckt hat, geschieht ein Unfall, die Besitzerin hat die Situation leider nicht im Griff, eben mangels Unkenntnis der wichtigen Beziehung zwischen Esel und Mensch, fällt vom Wagen und wird wegen Hand- und Beinbruchs ins Spital eingeliefert.

Dank der Informationen auf unserer Homepage konnten wir dem Esel-Geschwisterpaar Dana und Eddy und deren Besitzerfamilie einen Pensionsaufenthalt bei uns gewähren. Leider ist in dieser Zeit Vater Yulo verstorben und weil die überaus sozialen Esel seit 2013 nicht alleine gehalten werden dürfen, mussten wir leider die Hälfte des Lebens von Eddy, nämlich seine Schwester Dana zurück an die ursprünglichen Halterfamilie zurück transportieren.  Zudem verlangte diese Familie auch die Rückführung von Eddy zur Schlachtung als Schuldigen des Unfalls, dies konnten wir verhindern, Eddy ist jetzt fester Bestandteil unserer Herde, als grösster, schmusigster und feinfühligster Esel, der sich trotz seiner körperlichen Grösse nicht in der Vordergerund stellt.

Die Trennung der Geschwister hatte jedoch schwerwiegende Folgen. Ab dem Tag der Trennung haben beide, Dana und Eddy die Nahrungsaufname verweigert, sich abgesondert und in den Schmerz zurückgezogen. Dana hat diesen Schmerz mangels Zuneigung der  Besitzer nicht überlebt, ab dem 4. Tag wird der Tierarzt gerufen und wird auf Grund ihrer Schwäche  und der Diagnose einer Kolik einschläfert. Eddy hat  Glück gehabt dank unserer fast Tag- und Nachtbegleitung und der Verabreichung von speziellen Medikamenten gegen Magengeschwüre.

Fazit:  Je grösser der Esel, desto empfindlicher ist seine Psyche und sein damit einhergehendes Immunsystem. Schon nach VIER Tagen psychischen Stresses können Grossesel (für mittlere und kleine Esel dauert die Inkubationszeit etwas länger) ein Magengeschwür entwickeln, das unbehandelt zum Tod führt. Esel besitzen die Fähigkeit, willentlich einzelne Organe abzuschalten, ohne dass dies kurzfristig festgestellt werden kann. Zum Selbstschutz vielleicht? Die Trennung durch Tod verläuft jedoch ganz anders. Haben Esel die  Gelegenheit sich von ihren Freunden/Herdenmitgliedern zu verabschieden, können sie den Verlust akzeptieren. Die zentrale Frage hierzu lautet: Warum werden Esel in psychiatrischen Kliniken und Strafanstalten zur Unterstützung der Therapien gehalten?  Die Gegenfrage dazu lautet: Warum wird diesen wunderbaren Assistenten des Menschen so wenig Achtung auf ihre Bedürfnisse zugemessen?

Wie lange dauert es noch, bis die Menschen endlich verstehen, dass Tiere keine Sache sind, sondern Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen?